________FORSAKEN

So viel also zum regelmäßigem Schreiben...

Ich weiß, ich habe schon seit 2 Wochen nichts mehr geschrieben – Schande auf mein Haupt. Es ist ja noch nicht ein mal so, dass viel passiert wäre, eher im Gegenteil. Ok, ein bisschen was war schon los:

Drei mal hatte ich jetzt schon Irisch und natürlich bin ich die Jüngste dort. Die Sprache selbst ist völlig ungewohnt, weil die bisherigen Sprachen, die ich gelernt habe (Englisch, Französisch) sind so populär, dass zu Hause eigentlich jeder ein paar Wörter kann oder zumindest schon mal gehört hat. Mit Irisch ist es aber überhaupt nicht so – oder fällt euch spontan jemand ein, der Irisch kann? Mir auf jeden Fall nicht.

Was wir bisher so gemacht haben? Aussprache (die ich noch üben muss), Begrüßungen, Zahlen und gestern Lebensmittel und Fragen wie ‚Wo kommst du her?’ (Cad as duit?), ‚Wie heißt du?’ (Cad is ainm duit?) und so etwas. Halt das, mit dem man in jeder Sprache anfängt.

Inzwischen habe ich mir auch eine Software hier aus der Bücherei ausgeliehen, die sehr beim lernen – vor allem der Aussprache – hilft. Es ist seltsam in einer Fremdsprache (die man zwar gut beherrscht, die aber nichts desto trotz nicht die Muttersprache ist) eine zweite Fremdsprache zu lernen.

Meine Aufzeichnungen dieser Stunden sehen aus diesem Grund auch... seltsam aus, da sich insgesamt 3 Sprachen über die Seiten verteilen – mal schauen, vielleicht poste ich hier mal ein Foto von einer solchen Seite, dann könnt ihr es selbst sehen.

 

Ich weiß nicht, ob ich das im letzten Eintrag schon erwähnt habe, aber in der inzwischen vorletzten Woche waren Jackie und Padraig auf einer Hochzeit im County Dublin. Natürlich waren sie nicht die ganze Woche weg, immerhin müssen die beiden arbeiten.

Nein, tatsächlich fuhren sie am Donnerstag Abend los und waren Samstag Abend wieder zurück. Dadurch hatte ich die Verantwortung für die beiden ‚Ragen’, zumindest tagsüber. Von Donnerstag auf Freitag schlief Anne und in der Nacht auf Samstag Tracey hier. Beide sind Freundinnen von Jackie und dass sie hier waren, war kein Zeichen des Misstrauens mir oder meiner Fähigkeit mit den beiden fertig zu werden, sondern nur eine Unterstützung falls nachts etwas sein sollte, denn schließlich kann ich kein Auto fahren und mir wäre es damit auch unmöglich zum Arzt oder ins Krankenhaus zu fahren.

Donnerstag machten sich meine Gasteltern ziemlich bald nach dem ‚Dinner’ auf den Weg sobald Jackies Mutter da war, die auch mitfuhr. Recht früh ließ sich David bereitwillig ins Bett stecken und dann spielte ich noch ein wenig mit Darren, bis Anne gegen viertel nach 8, halb 9 kam. Dann hieß es auch für ihn ‚Schlafenszeit’ und ich unterhielt mich noch eine ganze Weile mit ihr, bevor wir beide schlafen gingen. Irgendwas an ihr erinnert mich an Frau Laurent – ähm, Schauerte ;-) allerdings ist sie mir wesentlich sympathischer als diese.

In der Nacht wachte ich ständig auf, wie eigentlich immer, wenn ich auf keinen Fall verschlafen darf. Morgens kümmerte ich mich dann ums Frühstück, machte David fertig und glücklicherweise waren die beiden Jungs auch sehr kooperativ, wodurch Anne sich nicht mit ihnen auseinandersetzen musste. Sie findet Kinder nämlich total toll, kann sich aber überhaupt nicht durchsetzen, wie mir Jackie vorher erzählt hatte. So klappte alles jedoch super. Nachdem sie sich zur Schule aufgemacht hatten, machte ich die übliche Hausarbeit (bügeln, das Gästebett neu beziehen u.ä.) und hatte dann frei.

Gegen 13 Uhr holte mich dann ein Taxi hier ab, das mich zu Davids Schule fuhr, wo ich ihn abholte und wir beide dann von dem Taxi nach Hause gefahren wurden. Der Nachmittag war dann wie immer, abgesehen davon, dass wir nicht wie sonst um 6 zu Abend aßen, sondern erst eine gute Stunde später, als Tracey mit der Pizza kam. Danach schauten wir noch eine DVD (The waterhorse, es geht um das Monster von Loch Ness, das halt ein ‚Waterhorse’ ist) und gingen recht früh zu Bett, was auch gut war, da die beiden Jungs schon ziemlich früh (halb 8) Lärm machten. Zum Frühstück machte ich mit Darrens Hilfe Smoothies und ab halb 11 war ich dann für 1 ½ bis 2 Stunden alleine, weil Darren Rugby Training hatte und Tracey, die ihn dort hinfuhr während dieser Zeit mit David spazieren ging.

Nachmittags waren wir dann auf dem Spielplatz in der Stadt, sammelten danach Kastanien und waren dann wieder zu Hause, wo sich Tracey auch bald wieder verabschiedete, sodass ich mit den beiden alleine war. Erst waren wir draußen auf dem Trampolin und später guckten David und ich den ‚The Simpsons’-Film.

Darren war während letzterem draußen und schmollte, weil ich ihn erst gebeten habe Davids Schuhe zusammen mit seinen nach Drinnen zu holen und als er nur seine brachte, ihn wieder raus schickte, um Davids zu holen, was er ja soooo ungerecht fand... *Augen verdreh* Als der Film zu Ende war, kamen auch meine Gasteltern zusammen mit Jackies Mutter und ihrem Bruder, Onkel Raymond, der Darrens großes Idol ist, wieder und ich hatte wirklich Wochenende.

Abends telefonierte ich dann mit Lisa, die so einen seltsamen Handyvertrag hat, dass sie 100 Minuten im Monat kostenlos ins Ausland telefonieren kann und es war sehr schön, mal wieder ihre Stimme zu hören.

Sonntag (28.09.) waren wir alle ziemlich faul, Darren war stark erkältet, das Wetter draußen war verregnet und so schliefen wir lang und guckten danach DVDs. Zuerst Ghost Rider, eine Comicverfilmung mit Nicolas Cage und danach 21, das war der Film mit den Mathematikern die durch zählen in Las Vegas beim Black Jack alles abräumen.

Naja, Montag und Dienstag waren zwei ganz normale Tage, Dienstag abend war ich halt beim Irisch, wie weiter oben schon angesprochen (bzw. angeschrieben ;-) ).

Mittwoch abend war ich alleine zu Hause, da die anderen mal wieder bei Jackies Eltern und Bruder waren. Ich machte mir währenddessen einen gemütlichen Abend mit Tiefkühlpizza.

Donnerstag abend hatte ich dann Streit mit Darren. Wobei, Streit ist eigentlich zu viel gesagt ist, es war mehr ein Auslassen der schlechten Laune von seiten Darrens. Schon Mittwoch war er sehr launisch aus der Schule gekommen, hatte sich dann aber relativ schnell nach den Hausaufgaben wieder eingekriegt, aber Donnerstag war er nicht nur launisch, sondern als ich ihn ignorierte, meinte er mich auf den Hinterkopf schlagen zu müssen, was ich natürlich überhaupt nicht gut fand und ihm auch sagte. Als er daraufhin keine Reue zeigte, erzählte ich seinen Eltern später davon, woraufhin er wirklich mächtig Ärger bekam.

Und das verdient finde ich, ich war nämlich wirklich sehr fertig danach (so richtig mit heulen, was mir seeehr unangenehm war, aber ich heule halt immer wenn ich mich aufrege...), weil eigentlich kommen wir beiden sehr gut miteinander zurecht, bloß dieses angenervt sein nach der Schule geht mir gehörig auf den Wecker und er weiß, dass man nicht schlägt. Auf die Standpauke seiner Eltern reagierte er erst mal zornig, aber später – nachdem auch noch sein geliebter Onkel Raymond ihm gesagt hat, er sei ‚disgusted with his behavior, and that you never, never, nerver hit a girl’ – kam er dann zu mir und hat sich unter Tränen entschuldigt. Und natürlich bin ich nicht nachtragend – wie ihr wisst. Ich glaub auch nicht, dass er so etwas noch mal machen wird, schon allein wegen der Drohung seiner Eltern, dass er in den Homework-club muss nach der Schule statt nach Hause zu kommen, wenn er mit mir nicht klar kommt. Und sie haben mir noch mal gesagt, wie begeistert sie von mir sind :-) sowas hört man immer gerne *smile*

Samstag war ich dann in Cork, ein bisschen bummeln und so, hab mir Schal und Handschuhe in knallrot gekauft *g* und natürlich Bücher und ein Geschenk für Darrens Geburtstag am 9.10., nämlich zwei Spielzeugkühe, da er in seinem Zimmer eine richtige Spielzeugfarm hat und sich immer über neue Tiere dafür freut.

Sonntag war ich am Nachmittag in Clonakilty, wo sich mehrere Au-pairs aus der Gegend trafen, unter anderem auch die, die ich schon kannte, wie ich nicht sonderlich begeistert feststellte.

Dienstag hatte ich dann wieder Irisch und Mittwoch nachmittag war ich mit Darren alleine, weil David einen Termin in Cork hatte. Da recht gutes Wetter war (zumindestens regnete es nicht) fragte ich Darren, ob er lust habe, etwas Fahrrad zu fahren und natürlich wollte er. Nachdem ich ihn erst mal durch meine Mechanikerfähigkeiten beeindruckte – sein Fahrradsattel und Lenker waren zu niedrig und mussten höher gestellt werden, zum Glück hat Padraig eine recht gut eingerichtete Werkstatt – fuhren wir bis nach Clon und ich war wirklich überrascht, dass er durchhielt, weil es schon eine ganz schöne Strecke ist. Dort gab ich ihm was zu trinken aus und wir sammelten noch ein paar Kastanien und dann ging es auch schon wieder zurück, ganz nach dem Motto ‚Der Weg ist das Ziel’ was in diesem Fall ja auch stimmte.

Ziemlich früh schon ging für ihn abends zu Bett, denn am nächsten Tag war DER Tag – sein 9. Geburtstag! ;-) Zu unser aller Überraschung wollte er seine Geschenke nicht direkt morgens, sondern erst Nachmittags und so gab es morgens nur einen Heliumballon mit ‚Happy Birthday’ drauf und natürlich den Kuchen+Gesang. Nachmittags bekam er dann einen Spielzeugtraktor, ein wirklich großes Buch über Traktoren und die Kühe. Ach ja, außerdem kamen noch jede Menge Geburtstagskarten von Verwandten und Bekannten und alles in allem waren es über 200 € Abends ging ich schon um 7 ins Bett, weil mein Hals weh tat und ich mich allgemein auch ziemlich krank fühlte.

Dort – also in meinem Bett – war ich auch so ziemlich den ganzen Freitag vormittag und schlief, aber danach ging es mir schon wieder besser und ich konnte Nachmittags auch meiner Pflicht auf David auf zu passen nachkommen, auch wenn ich ihn ausnahmsweise eine DVD anschauen ließ, was ihn sehr still und folgsam machte.

Samstag war dann sein Kindergeburtstag, zu dem seine drei besten Freunde eingeladen waren. Nur drei, weil sie Quad (ich hoffe man schreibt es so) fahren gingen und es mit mehr Leuten 1. unmöglich geworden wäre sie zu transportieren und 2. es zu teuer geworden wäre. Vor- und nachher machten sie das Haus und den Garten unsicher und ich war sehr froh über meinen Zimmerschlüssel, denn durch diesen konnte ich mich vor ihnen retten, auch wenn ich vorher erschossen wurde von Darrens Spielzeuggewehr ;-) Einer der Jungs blieb über Nacht und so mussten Jackie und ich, die wir ‚No reservations’ gucken wollten, die beiden erst mal in den Playroom scheuchen. Padraig war abends noch was mit Raymond trinken, weshalb ich Jackie Gesellschaft leistete und wir halt diesen ziemlich romantischen Film guckten.

Gestern dann schliefen wir erst mal lange aus und fuhren dann nachmittags nach Baltimore in der Nähe von Skiberren, so ziemlich dem südlichsten Punkt der Insel. Dort gingen wir etwas spazieren, während sich David, der im Kinderwagen saß, sich wie ein wahrer Demon verhielt. Später waren wir noch auf einem Spielplatz dort und aßen in einem netten kleinen Restaurant zu Abend – ich hatte seeeehr leckere Miesmuscheln, hmjamjam *smile* Auf der Rückfahrt saß Jackie hinten bei den Beiden Jungs, weil David herumzappelte, als hätte er Hummeln im Hintern und sich durch mich auch davon nicht abbringen ließ.

Naja und heute war eigentlich nichts besonderes, ein ganz normaler Tag halt, vielleicht davon abgesehen, dass ich ziemlich früh zu Bett gehen werde, weil mein Hals nämlich immernoch kratzt wie doof, ich hoffe mal, dass es durchs schlafen besser wird...

So, das war’s erst einmal, jetzt habe ich es auch geschafft das tatsächliche Geschehen wieder ein zu holen. Hoffen wir mal ich versäume es das nächste Mal nicht wieder so lange... Hab euch alle lieb! *knuddel*

 

PS:so, ich hoffe jetzt sind genug absätze drin um es lesbar zu machen

14.10.08 10:15


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