________FORSAKEN
Samstag, den 09.08.08 - Ankunftstag

10.08.08

 

So, jetzt bin ich also hier.

Irgendwie habe ich noch nicht ganz realisiert, dass ich die nächsten 10 Monate hier bin.

Im moment krebst David gerade durch mein Zimmer und hat jede Menge Spass.

 

11.08.08

Ok, zweiter Versuch etwas aufzuschreiben *g* Gestern hat mich zuerst David und dann auch Darren zu sehr abgelenkt, aber ich habe mich auch ablenken lassen.

Zwei Tage ist es jetzt her, dass ich mich verabschiedet habe, aber ich fühl mich immer noch nicht , als ob ich hier leben würde. Es fühlt sich mehr ein wenig wie Urlaub an, was auch damit zusammenhängen könnte, dass ich bisher noch nicht sonderlich viel machen musste und dass alle sehr, sehr nett sind zu mir.

But let’s start at the beginning:

Freitag morgen war ich so nervös, dass ich schon um halb 6 aufgewacht bin (genauso wie 2 mal in der Nacht, aber das zählt nicht, da ich mich einfach umgedreht und weitergeschlafen habe) und Charly eine Viertelstunde später geweckt habe, damit sie mir die Haare flechtet.

Eine weitere Viertelstunde später kam uns dann Mama ‚wecken’, wobei die einzige noch schlafende Nastja war.

Eine Stunde später waren wir dann soweit um zum Flughafen zu fahren, aber Papa musste unbedingt noch Fotos machen *genervt guck* Wenn nicht nur ich sondern wir alle fliegen würden, dann wären wir schon längst losgefahren, aber nein, es ging ja nur um mich...

Als wir dann am Flughafen und am richtigen Schalter waren, war es noch viel zu früh, der Schalter würde erst eine gute Stunde später aufmachen...

Nicht lange danach kamen auch Lee, Liz und Felix, die extra früh aufgestanden und mit dem Zug nach Düsseldorf gefahren waren um mich zu verabschieden, was zum Teil ein wirklich großes Opfer darstellte

Etwas früher als angekündigt machte der Schalter dann auf und so war ich eine der ersten, die ihren Koffer aufgaben. Dass dieser Vorgang so schnell geht habe ich noch nie erlebt, sonst dauerte es immer Stunden, was evtl. damit zusammenhing, dass wir mindestens zu viert gereist sind und mit mindestens einmal umsteigen. Dieses mal war es sehr schnell abgehakt, nach einem „Eine Person?“ (Felix und Lee leisteten mir Gesellschaft) und einem „Gang oder Fensterplatz?“ war schon alles erledigt und es war noch recht viel Zeit bis zum boarden.

Diese nutzte mein Vater um noch mehr Gruppenfotos zu machen – wie ich das hasse!

Nach viel zu kurzer Zeit musste ich auch schon ‚tschüss’ sagen.

Zwei meiner ‚Süßen’, Liz und Lee waren am weinen, aber seltsamerweise habe ich bis jetzt noch überhaupt nicht geweint...

5 Monate sehe ich sie jetzt nicht, 5 Monate ohne meinen Schatz und ohne meine Freunde – eigentlich unvorstellbar...

Über den Flug gibt es nicht sonderlich viel zu sagen, nur dass das Flugzeug sehr klein war und der eine Platz neben mir nicht besetzt war, wodurch wir beiden verbliebenen mehr Platz hatten.

Der Dubliner Flughafen ist sehr knuffig, mit Holzrahmen und nicht alles aus Stahl und Beton. Außerdem kann man sich recht gut auf ihm zurechtfinden, sodass ich keine Probleme hatte, die ‚bag claims’ zu finden, also diese Kofferbänder.

Mit meinem Koffer, den ich erfreulich schnell bekommen habe, bewaffnet fuhr ich dann per Bus zum Bahnhof, wo ich über eine Stunde warten musste, bis mein Zug kam.

Die Zeit habe ich durch reden mit meinem Sitznachbarn aus dem Flugzeug, der auch mit dem Zug weiterfuhr, verbracht. Er ist nach Irland gekommen um ein 2 monatiges Praktikum in einem Bergwerk zu machen, da er eigentlich irgendwas in Richtung Geologie in Aachen studierte und das Praktikum brauchte.

Im Zug merkte ich, wie müde ich war, aber obwohl ich zeitweise die Augen zu hatte, gelang es mir nicht ein zu schlafen. Stattdessen hörte ich Musik oder unterhielt mich mit einer älteren Frau, die zu ihrer Schwester fuhr und sehr freundlich war. Es war ein wenig schwer sie zu verstehen, da sie ein bisschen Akzent hatte, aber als sie meine Probleme bemerkte, gab sie sich Mühe sehr langsam und deutlich zu sprechen.

Nach fast dreistündiger Fahrt kam ich dann in Cork an und wurde von meiner gesamten Gastfamilie abgeholt, die ich auf abhieb erkannte, da sie genau wie auf den Bildern aussahen. Mit dem Auto ging es dann eine relativ weite Strecke bis zu ihnen nach Hause, wo ich erst einmal durch das ganze Haus geführt wurde. Dieses liegt wirklich sehr ländlich, lauter grüne Wiesen rundherum und der nächste Nachbar gut 100, 200 Meter entfernt.

Das Haus selbst ist sehr schnuffig, nicht besonders groß, aber groß genug für 4, jetzt 5 Leute.

Im Erdgeschoß befinden sich das Wohnzimmer, die Wohnküche, das Spielzimmer und mein Zimmer, während im 1. Stock die Schlafzimmer der Familie, sowie zwei Badezimmer, von denen mir eins vollkommen zur Verfügung gestellt wurde, anzufinden sind.

Nach dieser Tour gab es Abendessen und danach hatte ich Zeit, um meine Sachen aus zu packen. Das wars dann auch, da ich danach schlafen gegangen bin.

23.8.08 21:02


Sonntag, den 10.08.08 – Puck Fair

So, der Sonntag.

Erst einmal konnte ich ausschlafen, was ich sehr angenehm fand, auch wenn ich von alleine so gegen 9 aufgewacht bin.

Ok, vielleicht waren auch die tapsenden Schritte die ich über mir hörte oder das ungewohnte Bett schuld gewesen, das mag sein.

Dann gab es erst einmal Frühstück. Und zwar essen sie hier – oder zumindest meine Familie – Toast oder Müsli/ Cornflakes zum Frühstück und nicht irgendwie Brötchen oder ‚vernünftiges’ Brot, was ich sehr gewöhnungsbedürftig finde, auch wenn ich sagen muss, dass die Vollkorncornflakes ziemlich gut schmecken.

Bis 11 oder so saßen wir noch herum, bis Jackies Mutter kam, die auf David aufpassen würde, der zu Hause blieb.

Wir 4 anderen setzten uns ins Auto und fuhren erst mal eine halbe ewigkeit.

Ein, zwei Stunden später hielten wir an einem großen Einkaufszentrum, das zu meiner Überraschung offen war, woraufhin mir erklärt wurde, dass in Irland fast alle Geschäfte auch Sonntags offen haben.

Dort waren wir jedenfalls essen, so typisch brittisch, also Sandwichs.

Danach fuhren wir noch eine ganze Weile, es fing an zu regnen, bis wir in Killorglin waren, das ist eine Stadt im County Kerry (ja, genau das County, aus dem Kerry-Gold kommt...).

Dort war an diesem Wochenende ‚Puck Fair’. Das ist so eine Art Kirmes mit Pferdemarkt. Wobei der Pferdemarkt wohl der älter Teil ist und auch der eigentliche Anlass, wie ich vermute.

Dort waren wir auch zuerst schauen, auf der Wiese, wo die Pferde verkauft wurden, meine ich. Leider war durch den Regen die ganze Wiese eine einzige Schlammpfütze, sodass wir bald in die Stadt wechselten.

Dort gab es jede Menge Verkaufbuden und bei einer von ihnen hab ich Charly ein Geburtstagsgeschenk gekauft, aber was es ist, kann ich noch nicht sagen...

Etwas später fand der Höhepunkt der ‚Puck Fair’ statt und zwar wurde der Puck (ein Ziegenbock) in einem Käfig ein Gestell hochgezogen und hängt dann da 3 Tage lang. Das hört sich jetzt zwar schlimm an, aber das ist es eigentlich nicht, ich muss mal schauen, ob ich ein Foto finde, wo das drauf gezeigt wird...

Dort waren wir noch in einem Pub, der brechend voll war. Natürlich habe ich kein Guiness getrunken, obwohl mich Padraig fragte, ob ich welches will, aber da ich ja nicht so auf Bier stehe (und auf Guiness schon gar nicht *sich schüttel*). Außerdem hätte das wohl einen schlechten Eindruck gemacht, oder?

Da es wieder anfing zu regnen machten wir uns auf den Rückweg. Nach nicht allzu langer Zeit hielten wir an um essen zu gehen – ich hatte ein sehr leckeres Curry, überhaupt gab es auf der Karte nichts, was ich jetzt so als ‚typisch irisch’ identifiziert hätte.

Den Rest der Fahrt habe ich mehr oder weniger dösend überdauert, nur immer wieder gestört von Darrens ‚She’s asleep’-Rufen, auf die ich jedesmal ‚Not yet’ antwortete.

Wieder zu Hause fiel ich dann auch bald ins Bett, da es schon so 10, 11 Uhr war und zwar irischer Zeit, die eine Stunde früher ist und an die ich mich nach 2 Tagen noch nicht gewöhnt hatte.

23.8.08 21:14


Montag, den 11.08.08 – Clonakilty

Irgendwie seltsam, obwohl ich hier eigentlich ausschlafen könnte wache ich jeden Morgen bisher um 6:30 einmal auf. Ok, ich dreh mich danach um und schlafe weiter, aber wach war ich dann mal.

Nach dem Frühstück, diesmal ohne Padraig, da dieser schon arbeiten war, ging ich mit Darren und David ein wenig spazieren, nicht weit, nur den Weg einmal runter und einen anderen wieder rauf.

Danach gab es Mittagessen. Nichts großes, nur Sandwichs und Obst, da sie hier nämlich nicht Mittags sondern erst Abends warm essen.

Nachmittags fuhren wir dann nach Clonakilty – Clon, wie sie es hier nennen – dem nächsten Ort, der aber auch 10 – 15 Autominuten entfernt ist, um dort einkaufen zu gehen. Dies wurde in einem recht großen Supermarkt erledigt (etwa so groß wie Real zu Hause).

Danach wurde mir noch Clonakilty selbst gezeigt; ein kleines, ziemlich touristisches Städtchen.

Ich muss mal schauen, dass ich mir eine Digitalkamera kaufe, dann könnte ich hier auch ein paar Fotos posten, zum Beispiel von Clon.

Abends gab es dann warmes Essen und ich ging ziemlich zeitig ins Bett, da ich ziemlich müde war.

23.8.08 21:15


Dienstag, 12.08.08

Am Dienstag fuhren wir wieder nach Clon, diesmal weil die beiden Jungen einen Termin beim Zahnarzt hatten, wodurch ich dann alleine durch die Stadt laufen konnte. Die Zeit nutzte ich, um mir einen Adapter (die Steckdosen hier sind nämlich anders als in Deutschland) und eine Kette für ‚mein’ Fahrrad zu kaufen.

‚Mein’ Fahrrad ist ein Mountainbike, also ohne Rücktrittbremse und der Lenker auf der gleichen Höhe wie der Sattel, was ich beides sehr gewöhnungsbedürftig finde.

Wir hatte als Treffpunkt die Bücherei ausgemacht, die sich als ziemlich klein herausstellte, aber immerhin hat sie Bücher von Terry Pratchett, die ich allerdings alle schon (auf deutsch) kannte. Stattdessen lieh ich mir Jane Eyre aus, ein englischer Klassiker, da ich mir vorgenommen habe, möglichst viele Klassiker zu lesen.

Nachmittags fuhren wir dann zu einem Wald, gut 20 Minuten entfernt und gingen dort spazieren, mit anschließendem Picknick.

Auf dem Rückweg wurde ich dann wieder in Clon abgesetzt, wo ich mich mit einem anderen Au-pair Mädchen aus Deutschland traf, das bei einer Freundin von Jackie auf die Kinder aufpasste.

Maria, so hieß das Mädchen, ist ziemlich still und so musste ich fast die ganze Zeit die Unterhaltung am laufen halten, was ich ziemlich mühsam fand.

Nach einer Stunde oder so verabschiedeten wir uns dann auch schon wieder und ich rief ‚zu Hause’ an, um mich abholen zu lassen.

Ich finde es irgendwie ziemlich unangenehm mich irgendwo abholen und/ oder hinbringen zu lassen, schließlich sollen meine Gasteltern durch mich weniger Arbeit haben und nicht mehr, auch wenn sie mir versichern, dass es ihnen überhaupt nichts macht mich zu fahren. Ich bin es einfach nicht gewohnt mich durch die Gegend kutschieren zu lassen (außer von Felix, mit dem ich ja nur aus diesem Grund zusammen bin *ironie* ).

Ansonsten gibt es von diesem Tag nichts besonderes zu erzählen.

23.8.08 22:25


Mittwoch, den 13.08.08

Mittwoch Vormittag war ich mit Darren zusammen mit dem schon beschriebenen Rad am Meer, zu dem es wirklich nicht sehr weit ist. Allerdings ist es mehr eine Art Pier zu dem es so nah ist und bei dem wir waren, der richtige Strand ist etwas weiter weg.

Es war nicht sonderlich spannend, genau wie der Rest des Tages, das einzig einigermaßen aufregende, war, dass mich Jackie nachmittags mit David alleine ließ, da sie selbst auch zum Zahnarzt musste und danach mit Darren zusammen noch mal ein paar Sachen einkaufen war.

23.8.08 22:26


Donnerstag, den 14.08.08

Donnerstag Vormittag traf sich Jackie mit einer Freundin, weshalb ich die beiden Jungen ‚für mich’ hatte, was aber auch ganz gut lief.

Gegen Mittag fuhren wir dann nach Cork, der ‚Hauptstadt’ des Countys, der einzigen Großstadt hier in der Nähe.

Wir fuhren eine gute Stunde hin, genauso lange wie der Bus von Clon aus braucht, wie Jackie sagte. Dort angekommen brauchten wir erst mal etwas um einen Parkplatz zu finden und gingen dann zu McDoof etwas essen. Danach trennten sich unsere Wege, denn während ich durch die Innenstadt schlenderte, gingen die anderen drei zu der eigentlichen Ursache für die Fahr nach Cork, nämlich zu einem Hörtest für David.

Unterdessen kaufte ich mir einen W-Lan-Adapter, durch den ich jetzt auch länger als nur für ein paar Minuten zum E-mails runterladen ins Internet kann, da ich es jetzt auch in meinem Zimmer empfange und mich nicht extra oben mit einem Kabel an den Router anschließen muss.

Eine Decke zum reinkuscheln wenn ich in einem meiner Sessel sitze kaufte ich mir auch noch und eine DVD (Dead or Alive), die im Angebot war.

Dann war es auch schon wieder Zeit mich mit den anderen zu treffen, die noch einen Schulrucksack für Darren kauften und dann auch fertig waren, sodass wir wieder nach Hause fahren konnten.

Dort gab es dann um halb 7 Essen, nach welchem ich mich so lange mit dem Adapter und dem einrichten desselben rumärgerte, bis er endlich das tat, was ich von ihm wollte, woraufhin ich noch kurz im Internet war und dann schlafen ging.

23.8.08 22:28


Freitag, den 15.08.08

Heute fuhren wir nach Bantry, einer anderen Kleinstadt in Westcork, ungefähr die Größe von Clonakilty, da Jackie dort einen Termin zum röntgen hatte.

Während sie diesen Termin wahrnahm liefen Darren, David und ich etwas durch die Straßen. Ok, Darren und ich liefen, David war sicher im Buggy verstaut und wurde von mir durch die Gegend geschoben, da er sonst im Nu weg gewesen wäre.

Ich fragte mich zu einem Postamt durch um Briefe ein zu werfen und als sich heraus stellte, dass dieses direkt neben einem Spielzeugladen lag, war Darren hellauf begeistert, der scih vorher beklagt hatte, dass Bantry ‚total langweilig’ sei.

Als wir uns wieder mit Jackie trafen, bestand Darren darauf, ihr den Laden zu zeigen und so suchten sie ihn noch einmal auf, während David und ich schon mal zu Auto vor gingen, das wir allerdings erst einmal suchen mussten.

Eine gute halbe Stunde später waren die anderen beiden auch wieder da, sodass wir wieder fahren konnten.

Sonderlich weit fuhren wir allerdings nicht, nur bis zu einem Anwesen in direkter Nachbarschaft, dem Bantry House. Dieses hatte einem englischen Baron gehört und ist samt Park noch ziemlich gut erhalten.

Dort gingen wir eine ganze Weile spazieren, bis Davids Beine müde wurden, was nicht soo lange dauerte, da er erst seit 2 Jahren laufen kann.

Wieder zu Hause hatte Padraig schon das Essen vorbereitet und so fand auch dieser Tag ein gar nicht mal so spätes Ende.

Ach ja, das erste Mal Geld bekommen habe ich auch, 85 Euro um genau zu sein, die ich ab jetzt jeden Freitag erhalten würde.

23.8.08 22:30


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