________FORSAKEN
Wochenende

Samstag, den 16.08.08

 

Jedes Wochenende habe ich frei, und so schlief ich erst einmal recht lange und schaute dann, als ich wach wurde die DVD, die ich mir in Cork gekauft hatte, ein Actionfilm, der zwar eindeutig für Jungs gedacht war (hübsche, kämpfende Mädels in leichten Klamotten), mir aber trotzdem gefiel.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit Briefe zu schreiben, bis mir die Hand weh tat vom Feder halten – ich bin es einfach nicht gewohnt mit dieser zu schreiben -, Charly und die Schokoladenfabrik zu schauen und abends zu grillen.

Alles in allem also ein sehr fauler Tag.

Irgendwie fühlte es sich auch nicht so an, als ob ich schon eine Woche da gewesen bin...

 

Sonntag, den 17.08.08

 

Ein weiterer fauler Tag, den ich zum großen Teil Briefe schreibend verbrachte. Ach ja, abends war ich mit meiner Gastfamilie im Kino, in ‚Die Mumie 3 – Das Grabmal des Drachenkaisers’. Vorher hatte ich eigentlich nur gehört, dass der Film so schlecht sein sollte, aber so schlimm fand ich ihn gar nicht. Ok, die Yetis waren übertrieben, genau wie der Drache, aber ansonsten war er ganz gut. Ach ja, Brandon Frasers Originalstimme fand ich auch schlimm.

Danach waren wir noch ein bisschen in einem Pub in Clon, kauften Pizza und Pommes und fuhren nach Hause. Dort stellte ich fest, dass die Sache mit dem Essig auf Pommes nicht nur etwas ist, das die Engländer machen, sondern die Iren ebenso – bäh! *sich schüttel*

Genau wie das salzige Popcorn das es hier nur gibt, ist es mir einfach unbegreiflich, wie man so etwas essen kann...

23.8.08 22:31


Freitag, den 15.08.08

Heute fuhren wir nach Bantry, einer anderen Kleinstadt in Westcork, ungefähr die Größe von Clonakilty, da Jackie dort einen Termin zum röntgen hatte.

Während sie diesen Termin wahrnahm liefen Darren, David und ich etwas durch die Straßen. Ok, Darren und ich liefen, David war sicher im Buggy verstaut und wurde von mir durch die Gegend geschoben, da er sonst im Nu weg gewesen wäre.

Ich fragte mich zu einem Postamt durch um Briefe ein zu werfen und als sich heraus stellte, dass dieses direkt neben einem Spielzeugladen lag, war Darren hellauf begeistert, der scih vorher beklagt hatte, dass Bantry ‚total langweilig’ sei.

Als wir uns wieder mit Jackie trafen, bestand Darren darauf, ihr den Laden zu zeigen und so suchten sie ihn noch einmal auf, während David und ich schon mal zu Auto vor gingen, das wir allerdings erst einmal suchen mussten.

Eine gute halbe Stunde später waren die anderen beiden auch wieder da, sodass wir wieder fahren konnten.

Sonderlich weit fuhren wir allerdings nicht, nur bis zu einem Anwesen in direkter Nachbarschaft, dem Bantry House. Dieses hatte einem englischen Baron gehört und ist samt Park noch ziemlich gut erhalten.

Dort gingen wir eine ganze Weile spazieren, bis Davids Beine müde wurden, was nicht soo lange dauerte, da er erst seit 2 Jahren laufen kann.

Wieder zu Hause hatte Padraig schon das Essen vorbereitet und so fand auch dieser Tag ein gar nicht mal so spätes Ende.

Ach ja, das erste Mal Geld bekommen habe ich auch, 85 Euro um genau zu sein, die ich ab jetzt jeden Freitag erhalten würde.

23.8.08 22:30


Donnerstag, den 14.08.08

Donnerstag Vormittag traf sich Jackie mit einer Freundin, weshalb ich die beiden Jungen ‚für mich’ hatte, was aber auch ganz gut lief.

Gegen Mittag fuhren wir dann nach Cork, der ‚Hauptstadt’ des Countys, der einzigen Großstadt hier in der Nähe.

Wir fuhren eine gute Stunde hin, genauso lange wie der Bus von Clon aus braucht, wie Jackie sagte. Dort angekommen brauchten wir erst mal etwas um einen Parkplatz zu finden und gingen dann zu McDoof etwas essen. Danach trennten sich unsere Wege, denn während ich durch die Innenstadt schlenderte, gingen die anderen drei zu der eigentlichen Ursache für die Fahr nach Cork, nämlich zu einem Hörtest für David.

Unterdessen kaufte ich mir einen W-Lan-Adapter, durch den ich jetzt auch länger als nur für ein paar Minuten zum E-mails runterladen ins Internet kann, da ich es jetzt auch in meinem Zimmer empfange und mich nicht extra oben mit einem Kabel an den Router anschließen muss.

Eine Decke zum reinkuscheln wenn ich in einem meiner Sessel sitze kaufte ich mir auch noch und eine DVD (Dead or Alive), die im Angebot war.

Dann war es auch schon wieder Zeit mich mit den anderen zu treffen, die noch einen Schulrucksack für Darren kauften und dann auch fertig waren, sodass wir wieder nach Hause fahren konnten.

Dort gab es dann um halb 7 Essen, nach welchem ich mich so lange mit dem Adapter und dem einrichten desselben rumärgerte, bis er endlich das tat, was ich von ihm wollte, woraufhin ich noch kurz im Internet war und dann schlafen ging.

23.8.08 22:28


Mittwoch, den 13.08.08

Mittwoch Vormittag war ich mit Darren zusammen mit dem schon beschriebenen Rad am Meer, zu dem es wirklich nicht sehr weit ist. Allerdings ist es mehr eine Art Pier zu dem es so nah ist und bei dem wir waren, der richtige Strand ist etwas weiter weg.

Es war nicht sonderlich spannend, genau wie der Rest des Tages, das einzig einigermaßen aufregende, war, dass mich Jackie nachmittags mit David alleine ließ, da sie selbst auch zum Zahnarzt musste und danach mit Darren zusammen noch mal ein paar Sachen einkaufen war.

23.8.08 22:26


Dienstag, 12.08.08

Am Dienstag fuhren wir wieder nach Clon, diesmal weil die beiden Jungen einen Termin beim Zahnarzt hatten, wodurch ich dann alleine durch die Stadt laufen konnte. Die Zeit nutzte ich, um mir einen Adapter (die Steckdosen hier sind nämlich anders als in Deutschland) und eine Kette für ‚mein’ Fahrrad zu kaufen.

‚Mein’ Fahrrad ist ein Mountainbike, also ohne Rücktrittbremse und der Lenker auf der gleichen Höhe wie der Sattel, was ich beides sehr gewöhnungsbedürftig finde.

Wir hatte als Treffpunkt die Bücherei ausgemacht, die sich als ziemlich klein herausstellte, aber immerhin hat sie Bücher von Terry Pratchett, die ich allerdings alle schon (auf deutsch) kannte. Stattdessen lieh ich mir Jane Eyre aus, ein englischer Klassiker, da ich mir vorgenommen habe, möglichst viele Klassiker zu lesen.

Nachmittags fuhren wir dann zu einem Wald, gut 20 Minuten entfernt und gingen dort spazieren, mit anschließendem Picknick.

Auf dem Rückweg wurde ich dann wieder in Clon abgesetzt, wo ich mich mit einem anderen Au-pair Mädchen aus Deutschland traf, das bei einer Freundin von Jackie auf die Kinder aufpasste.

Maria, so hieß das Mädchen, ist ziemlich still und so musste ich fast die ganze Zeit die Unterhaltung am laufen halten, was ich ziemlich mühsam fand.

Nach einer Stunde oder so verabschiedeten wir uns dann auch schon wieder und ich rief ‚zu Hause’ an, um mich abholen zu lassen.

Ich finde es irgendwie ziemlich unangenehm mich irgendwo abholen und/ oder hinbringen zu lassen, schließlich sollen meine Gasteltern durch mich weniger Arbeit haben und nicht mehr, auch wenn sie mir versichern, dass es ihnen überhaupt nichts macht mich zu fahren. Ich bin es einfach nicht gewohnt mich durch die Gegend kutschieren zu lassen (außer von Felix, mit dem ich ja nur aus diesem Grund zusammen bin *ironie* ).

Ansonsten gibt es von diesem Tag nichts besonderes zu erzählen.

23.8.08 22:25


Montag, den 11.08.08 – Clonakilty

Irgendwie seltsam, obwohl ich hier eigentlich ausschlafen könnte wache ich jeden Morgen bisher um 6:30 einmal auf. Ok, ich dreh mich danach um und schlafe weiter, aber wach war ich dann mal.

Nach dem Frühstück, diesmal ohne Padraig, da dieser schon arbeiten war, ging ich mit Darren und David ein wenig spazieren, nicht weit, nur den Weg einmal runter und einen anderen wieder rauf.

Danach gab es Mittagessen. Nichts großes, nur Sandwichs und Obst, da sie hier nämlich nicht Mittags sondern erst Abends warm essen.

Nachmittags fuhren wir dann nach Clonakilty – Clon, wie sie es hier nennen – dem nächsten Ort, der aber auch 10 – 15 Autominuten entfernt ist, um dort einkaufen zu gehen. Dies wurde in einem recht großen Supermarkt erledigt (etwa so groß wie Real zu Hause).

Danach wurde mir noch Clonakilty selbst gezeigt; ein kleines, ziemlich touristisches Städtchen.

Ich muss mal schauen, dass ich mir eine Digitalkamera kaufe, dann könnte ich hier auch ein paar Fotos posten, zum Beispiel von Clon.

Abends gab es dann warmes Essen und ich ging ziemlich zeitig ins Bett, da ich ziemlich müde war.

23.8.08 21:15


Sonntag, den 10.08.08 – Puck Fair

So, der Sonntag.

Erst einmal konnte ich ausschlafen, was ich sehr angenehm fand, auch wenn ich von alleine so gegen 9 aufgewacht bin.

Ok, vielleicht waren auch die tapsenden Schritte die ich über mir hörte oder das ungewohnte Bett schuld gewesen, das mag sein.

Dann gab es erst einmal Frühstück. Und zwar essen sie hier – oder zumindest meine Familie – Toast oder Müsli/ Cornflakes zum Frühstück und nicht irgendwie Brötchen oder ‚vernünftiges’ Brot, was ich sehr gewöhnungsbedürftig finde, auch wenn ich sagen muss, dass die Vollkorncornflakes ziemlich gut schmecken.

Bis 11 oder so saßen wir noch herum, bis Jackies Mutter kam, die auf David aufpassen würde, der zu Hause blieb.

Wir 4 anderen setzten uns ins Auto und fuhren erst mal eine halbe ewigkeit.

Ein, zwei Stunden später hielten wir an einem großen Einkaufszentrum, das zu meiner Überraschung offen war, woraufhin mir erklärt wurde, dass in Irland fast alle Geschäfte auch Sonntags offen haben.

Dort waren wir jedenfalls essen, so typisch brittisch, also Sandwichs.

Danach fuhren wir noch eine ganze Weile, es fing an zu regnen, bis wir in Killorglin waren, das ist eine Stadt im County Kerry (ja, genau das County, aus dem Kerry-Gold kommt...).

Dort war an diesem Wochenende ‚Puck Fair’. Das ist so eine Art Kirmes mit Pferdemarkt. Wobei der Pferdemarkt wohl der älter Teil ist und auch der eigentliche Anlass, wie ich vermute.

Dort waren wir auch zuerst schauen, auf der Wiese, wo die Pferde verkauft wurden, meine ich. Leider war durch den Regen die ganze Wiese eine einzige Schlammpfütze, sodass wir bald in die Stadt wechselten.

Dort gab es jede Menge Verkaufbuden und bei einer von ihnen hab ich Charly ein Geburtstagsgeschenk gekauft, aber was es ist, kann ich noch nicht sagen...

Etwas später fand der Höhepunkt der ‚Puck Fair’ statt und zwar wurde der Puck (ein Ziegenbock) in einem Käfig ein Gestell hochgezogen und hängt dann da 3 Tage lang. Das hört sich jetzt zwar schlimm an, aber das ist es eigentlich nicht, ich muss mal schauen, ob ich ein Foto finde, wo das drauf gezeigt wird...

Dort waren wir noch in einem Pub, der brechend voll war. Natürlich habe ich kein Guiness getrunken, obwohl mich Padraig fragte, ob ich welches will, aber da ich ja nicht so auf Bier stehe (und auf Guiness schon gar nicht *sich schüttel*). Außerdem hätte das wohl einen schlechten Eindruck gemacht, oder?

Da es wieder anfing zu regnen machten wir uns auf den Rückweg. Nach nicht allzu langer Zeit hielten wir an um essen zu gehen – ich hatte ein sehr leckeres Curry, überhaupt gab es auf der Karte nichts, was ich jetzt so als ‚typisch irisch’ identifiziert hätte.

Den Rest der Fahrt habe ich mehr oder weniger dösend überdauert, nur immer wieder gestört von Darrens ‚She’s asleep’-Rufen, auf die ich jedesmal ‚Not yet’ antwortete.

Wieder zu Hause fiel ich dann auch bald ins Bett, da es schon so 10, 11 Uhr war und zwar irischer Zeit, die eine Stunde früher ist und an die ich mich nach 2 Tagen noch nicht gewöhnt hatte.

23.8.08 21:14


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